Abmahnungen bei Filesharing

Abmahnungen aufgrund von Filesharing

Illegales Filesharing sorgt seit Jahren für Ärger – sowohl bei Rechteinhabern, als auch bei Privatleuten. Filesharing, also der Tausch von Dateien im Internet, ist nicht per se illegal. Erst wenn es sich um urheberrechtlich geschützte Inhalte handelt drohen Abmahnungen und im schlimmsten Fall auch strafrechtliche Konsequenzen.

 

Die Rechteinhaber von Filmen, Musik, Büchern und Videospielen führen einen erbitterten Kampf gegen illegales Filesharing. Allein die Musikindustrie erleidet jährlich Verluste im Milliardenbereich durch illegale Downloads. Die Möglichkeit mit wenigen Klicks kostenfrei an die gewünschten Medien zu gelangen nagt an den Umsätzen der Kreativbranche. Dies führt dazu, dass sich mittlerweile eine regelrechte Abmahnindustrie gebildet hat, die versucht so viele Verstöße wie möglich zu ahnden.

 

Welches Verhalten wird abgemahnt

Abgemahnt wird jedoch nicht der illegale Download, sondern nur der Upload von geschützten Inhalten. Dies ist jedoch kein Grund zum Aufatmen. Nahezu alle Filesharing-Seiten nutzen den PC, der meist unwissenden Nutzer, zum Upload sobald sie sich mit dem Server verbunden haben. So wird eigene Computer zum Upload-Server während man den Inhalt noch herunterlädt.

 

Durch diesen Upload gelangen die Nutzer in den Fokus von spezieller Tracking-Software, welche die IP-Adresse herausfindet. Die Internetanbieter wiederum sind dazu verpflichtet bei Rechtsverstößen die zur IP-Adresse zugehörigen Namen und Adresse herauszugeben. Sobald dies geschehen ist kommt es zur Abmahnung durch eine Anwaltskanzlei.

 

Die Abmahnung besteht im ersten Teil aus einer Unterlassungserklärung, die vom Nutzer angefordert wird, um zukünftige Rechtsverstöße zu unterbinden. Im zweiten Teil wird es dann richtig teuer. Hier verlangen die Rechteinhaber Schadensersatz für den entgangenen Gewinn. Dieser liegt regelmäßig bei über 1.000 €. Die Abmahngebühren der Anwaltskanzlei werden dem Nutzer ebenfalls in Rechnung gestellt und kommen zu dieser Summe noch einmal hinzu.  Oftmals werden jedoch auch völlig überzogene Beträge bis zu 5.000 € verlangt, in der Hoffnung, dass der Abgemahnte einfach zahlt, um einem Gerichtsverfahren zu entgehen. Hier kann nur noch eine spezialisierte Anwaltskanzlei weiterhelfen.

 

Was können Abgemahnte tun

Für Abgemahnte gibt es nun verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. In keinem Fall sollte die Abmahnung einfach ignoriert werden. Vielfach sind jedoch Fälle bekannt geworden in denen die Software dem Upload die falsche IP-Adresse zugeordnet hat und zu Unrecht abgemahnt wurde.

 

Bei W-LAN-Netzwerken zu denen mehrere Personen, wie zum Beispiel Ehepartner, Kinder, Mitbewohner oder Arbeitskollegen Zugang haben, sollte zudem herausgefunden werden wer für den Rechtsverstoß verantwortlich ist. Eltern sollten jedoch Acht geben. Ein „Verstecken“ hinter minderjährigen Kindern ist nicht möglich. Die Erziehungsberechtigten sind seit einer gerichtlichen Entscheidung dazu verpflichtet die Namen ihrer Kinder, die für den Verstoß verantwortlich sind, zu nennen oder müssen die Kosten der Abmahnung selbst zahlen.

 

Um einer Abmahnung aufgrund von illegalem Filesharing zuvorzukommen, sollte der W-LAN-Zugang mit einem sicheren Passwort verschlüsselt werden, um einen Zugriff von Dritten zu verhindern. Befinden sich Kinder im Haushalt, gibt es zudem Kindersicherungssoftware, welche einen Zugriff auf Tauschbörsen und Filesharing-Plattformen unterbindet. Online-Tauschbörsen sollten zudem grundsätzlich gemieden werden.

Was Sie im Falle einer Abmahnung alles tun können, um sich zu schützen finden Sie hier!